Objekte

Die Objekte entstehen oft dann, wenn ich mich vor der Staffelei fest gemalt habe, sozusagen als Lockerungsübung. Dazu leere ich meine Schubladen mit Strandgut und Fundstücken aus Wald und Flur, Abbruchhäusern, verlassenen Industriegeländen und Sperrmüllhaufen auf dem Atelierfußboden aus. Ich gehe hier einen anderen Weg als bei der Malerei: Nicht die Idee steht am Anfang, die dann mit künstlerischen Mitteln auf die Leinwand gebannt wird. Vielmehr lasse ich mich von den gefundenen Dingen inspirieren, drehe und wende sie in meiner Hand, bis eine Idee geboren wird und die Umsetzung beginnen kann.

"Na, spielst du wieder?", fragt meine Tochter, wenn sie mich umgeben von meinen Schätzen antrifft. In der Tat gleicht meine Arbeit an diesem Punkt einem Spiel: Das Loslassen, das Freiwerden für die Inspiration, das wir als Kinder so gut beherrschen und oftmals verlieren, wenn wir erwachsen werden, ist elementar. Und es gibt eine weitere Verbindung, denn schon als Kind haben mich Dinge fasziniert, die andere weggeworfen hatten. Sie bargen ein Geheimnis, erzählten eine eigene, verborgene Geschichte, die es ihnen zu entlocken galt. Heute sind es die Spuren, die Patina, die diese Gegenstände tragen, die meine Fantasie in Gang setzen: Holz, Eisen, Steine, Muscheln, Glas, verrosteter Draht, Walzblei, Nägel, Bambus, Blech und Ton bekommen dann ein neues Leben eingehaucht. Pigmente setzen Kontrapunkte. Ist das Objekt gelungen, wird es manchmal auch als Bild wiedergegeben. Der Entstehungskreislauf zwischen Bild und Assamblage schließt sich.